St. Johannis empfängt wieder Besucher

BUGA-Blumenhalle in der ehemaligen Kirche zu Brandenburg a. d. H.

St. Johannis nach fast abgeschlossener Sanierung im November 2014. Foto: J. Müller

Nach 20 Jahren endeten die Sanierungs- und Aufbauarbeiten an der kriegszerstörten St. Johanniskirche in Brandenburg an der Havel. Zur Bundesgartenschau 2015 ist der wiedergewonnene Raum temporär als Blumenhalle zu erleben.

Die verschiedenen Dokumentationen an den Fundamenten und aufgehenden Mauern sowie im Innenraum lieferten ein eindeutiges Bild von der Bau- und Nutzungsgeschichte der Kirche. Ursprünglich Bestandteil des Franziskanerklosters St. Johannis, dessen Bauten bereits im 18. Jh. abgerissen worden waren, geht sie auf eine schlichte lang gestreckte Saalkirche aus dem Jahr 1250 zurück. Diese ist im heutigen Bau noch zu erheblichen Teilen erhalten. Wenig später war im Norden eine tonnengewölbte Sakristei errichtet worden, im Süden zunächst nur ein breiter, rechtwinklig fast in der Mitte der Kirche ansetzender Klausurflügel.

Nach einem Brand um 1300 erhielt das Gotteshaus einen gotischen gewölbten Saal, der erst zu Beginn des 15. Jhs. mit dem laternenartigen Chorneubau fertiggestellt wurde. Den rechtwinkligen Grundriss der Klausur gab man nach dem Brand vollständig auf und ersetzte ihn zunächst durch frei im schiefem Winkel zueinander stehende Gebäude, die die begrenzte Fläche besser ausnutzten. Nach mehreren Umbauten gruppierte sich die 1441 geweihte Klausuranlage, die aus einer Bauaufnahme des 18. Jhs. bekannt ist, schließlich um zwei Höfe. Zahlreiche Baudetails und Funde aus der Klosterzeit und der Nachnutzung als Spital und Brauhaus verdichten das Bild.

Die St. Johanniskirche wurde mit zahlreichen Bohrpfahl-Nachgründungen wieder standsicher gemacht. Ein neues Dach in alter Kubatur und ein gläserner westlicher Abschluss akzentuieren die Ruinenhaftigkeit des Schiffes.

J. Müller, D. Rathert