Verblüffung auf dem Turmberg

Viertes Turmfundament in Lebus, Lkr. Märkisch-Oderland, gefunde

Lebus Unübersehbar das Fundament eines Turmes, des ersten auf dem Turmberg aus dem 13. Jh. Fotro Th. Kersting BLDAM

Ein völlig in Vergessenheit geratener Bergfried sorgte für Verblüffung auf dem Turmberg von Lebus (Lkr. Märkisch-Oderland). Er stammt vermutlich aus dem 13. Jh. und gehörte zu einer Vorgängeranlage der spätmittelalterlichen Bischofsburg, deren drei Backsteintürme von einem Stich des frühen 18. Jh. bekannt sind. Zu jener Zeit war der jetzt entdeckte Turm offenbar schon verschwunden. Vor diesen drei Türmen, die im 18. Jh. ebenfalls abgebrochen wurden, hatte also ein einziger Turm die Silhouette des Berges geprägt. Das Feldsteinfundament des großen Rundturms wurde mitten im ehemaligen Burghof entdeckt, in einem Bereich, den die jahrzehntelangen Ausgrabungen der 1930er, 40er und 60er Jahre nicht erfasst hatten. Der Turm maß ca. 11 m im Durchmesser und hatte 3-3,5 m starke Mauern. Seine Endeckung gelang, weil 2012 auf dem Lebuser Turmberg die Umgestaltung des Geländes der ehemaligen Bischofsburg begann. Die unter einer Abdeckung aus Bauschutt gut erhaltenen Reste der Burg sollen sichtbar gemacht werden, aber unangetastet bleiben. Die Markierung der Mauerzüge wird mit Cortenstahlelementen erfolgen. Diese Gestaltung verzichtet bewusst auf die Präsentation der originalen Baureste, da deren Schutz und Erhaltung eine - auch finanziell aufwendige - kontinuierliche restauratorische Betreuung erforderte.

K. Schirmer