Der Mann mit dem Nasalhelm

Spätslawische Messinggussplastik aus Herzsprung.
Lkr. Uckermark

Herzsprung. Die Gussplastik besteht aus Messing mit hohem Anteil von Blei und Arsen. Der Durchmesser beträgt nur 2,5 cm Foto: K. Sommer, BLDAM

An einem Seeufer bei Herzsprung in der südlichen Uckermark gelang die Bergung eines höchst beachtenswerten Kleinfundes aus spätslawischem Milieu. Die etwa 2,5 cm große Messinggussplastik zeigt ein Gesicht mit Nasalhelm und Schnauzbart. Das in der Region bisher einmalige und im gesamten nordeuropäischen Raum außerordentlich seltene Stück stammt aus Skandinavien oder von einem skandinavisch beeinflussten slawischen Handwerker im Kiewer Rus. Doch damit des Außergewöhnlichen nicht genug: der Fund lag inmitten einer Münzkonzentration. Auf engstem Raum hatten sich in der Nähe zweier Körpergräber zunächst drei Hochrandpfennige der Meißen–Oberlausitz-Gruppe aus der Mitte des 11. Jh. gefunden. Eine Nachuntersuchung brachte schließlich auf kleiner Fläche insgesamt 15 Silbermünzen ans Licht, zumeist Hochrandpfennige, darunter eine seltene, königliche Prägung mit Kronensymbol. Das Teilstück eines Niederelbagrippiners komplettiert das Bild eines zerpflügten Münzschatzes. Das Fragment eines Dirhams ließe sich dem Silbermünzhort zwar über das Material zugeordnen, reiht sich jedoch zeitlich nicht in dessen sonstige Homogenität.

Mittlerweile ergab die Auswertung von Luftbildern eine hohe Wahrscheinlichkeit für das Vorhandensein von Resten einer slawenzeitlichen Brücke in dem See.

Ph. Roskoschinski, R. Bräunig