Auch gemütlich konnte es sein

Warmluftheizung des 13./14. Jhs. aus Schönerlinde,
Lkr. Barnim

Schönerlinde. Ergebnis einer gezielten Suche das Herz einer Warmluftheizung des 13./14. Jhs. Foto: HTW Berlin

Allein Keramikscherben und Ziegelbruch, die immer wieder an die Oberfläche einer kleinen Geländeerhebung gelangen, und der Flurname Altenhof verwiesen bis vor Kurzem auf einen spätmittelalterlichen Klostergutshof. Unweit von Schönerlinde im Norden Berlins war dieser – einst zum Zisterzienserkloster Lehnin gehörig - bereits im 16. Jh. verfallen.

Nach geomagnetischen Prospektionen schon vor Jahren, galt jüngst bei einer Lehrgrabung der HTW Berlin das Interesse einer auffälligen geophysikalischen Anomalie von etwa 3 x 5 m Ausdehnung. Im ersten Planum zeigte sich zunächst nur eine unscheinbare, rechteckig bis ovale Grubenverfärbung, gefüllt mit Lehm und wenigen Ziegelfragmenten. Erst in 1,2 m Tiefe wurde überraschend eine Setzung aus klosterformatigen Ziegelsteinen sichtbar, die sich bei der weiteren Freilegung als Warmluftspeicherheizung zu erkennen gab. Die Brennkammer des Ofens besaß ein Innenmaß von 3,25 x 0,85 m. Vom Gewölbe waren noch die vier unteren Ziegellagen erhalten sowie der lehmverputzte Boden.

In einen ca. 2,8 x 2,1 m großen Arbeitsraum vor der Brennkammer führte eine schräge Rampe hinab. Sowohl die Feldsteinmauern dieses Raumes als auch die Feldsteinpackung um die Brennkammer des Ofens, die der Wärmespeicherung diente, waren der späteren Suche nach Baumaterial fast vollständig zum Opfer gefallen. Nur die der Hitze ausgesetzten, unbrauchbaren Ziegel blieben zurück.

Den wenigen Keramik- und Münzfunden nach zu urteilen, datiert die Heizung in das 13./14. Jh. Sie lässt einen repräsentativen Bau mit gehobenem Wohnkomfort für die Mönche vermuten.

Fundamentreste oder andere Spuren eines solchen Gebäudes konnten noch nicht sicher nachgewiesen werden. Die Untersuchungen gehen daher zu gegebener Zeit weiter.

Th. Schenk