Exzeptioneller Fund

Kupferner Fingerring der Jungsteinzeit
aus Melzow, Lkr. Uckermark

Melzow. Im Block geborgen, hier im Röntgenbild sichtbar: Halskette aus Kupferspiralrällchen Foto: St. Brather, BLDAM

Ein exzeptioneller Fund ist von einem jungsteinzeitlichen Gräberfeld bei Melzow

(Lkr. Uckermark) zu vermelden: aus ein- und demselben Grab stammen eine prestigeträchtige, vollständige Kupferhalskette und ein kupferner Spiralfingerring. Die Kette besteht aus mehreren Spiralröllchen und einem zungenförmigen Anhänger. Der Fingerring setzt sich aus einem vierfach gewundenen Kupferblechstreifen zusammen und hat einen Innendurchmesser von 17 mm.

Unter drei natürlichen Geländekuppen waren im Baufeld für eine künftige Brücke zwei megalithische Blockkammern, sechs Erdgräber mit Steinpackungen, vier Erdgräber ohne Steinschutz sowie das genannte Grab zutage getreten. Letzteres lag zentral in der südlichen Kuppe und besaß vermutlich einen kastenförmigen Holzeinbau. Bereits im Planum hatten sich die später im Block geborgenen Knochen- und Kupferreste gezeigt, wobei Teile von Kiefer und Schädel eines etwa 5-jährigen Kindes nur dank der Kupfersalze erhalten blieben. Wenige Zentimeter entfernt lag der Ring, der noch am Fingerknochen eines Erwachsenen steckte. Damit ist eine Doppelbestattung erwiesen – das Kind mit dem Kopf im Westen und dem Blick nach Norden, die erwachsene Person nördlich davon, möglicherweise dem Kind zugewandt.

Zwei Amphoren im Kopf- und Fußbereich datieren das Grab in die frühe Trichterbecherkultur und deuten Kontakte zur mitteldeutschen Baalberger Kultur an.

Ulrich Dirks, Joachim Stark