Essgeschirr und Erkennungsmarken

Kriegsgefangenenlager bei Luckenwalde, Lkr. Teltow-Fläming

Luckenwalde. Abzeichen, die am Ort der Gefangenschaft zurückblieben - das der Fremdenlegion rechts ist 4,4 cm hoch Foto: R. Bräunig

Hinweise auf Häftlingsbaracken und Zelte, sanitäre Einrichtungen und Splittergräben eines Kriegsgefangenenlagers aus den Jahren 1939 bis 1945 befanden sich im Untergrund eines künftigen Gewerbegebietes bei Luckenwalde. Von hier aus waren vor allem französische, aber auch polnische, russische, jugoslawische, italienische, belgische, niederländische, rumänische, britische und amerikanische Gefangene zu unfreiwilligen Arbeitseinsätzen in ganz Brandenburg geschickt worden.

Etwa 500000 Quadratmeter Fläche wurden untersucht. Alle Baracken wiesen die gleiche bauliche Struktur auf. Die von Augenzeugenberichten bekannten und sich in den Opferzahlen niederschlagenden Unterschiede in der Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen gegenüber den Westeuropäern besonders in den ersten Kriegsjahren ließ sich an ihnen nicht ermitteln. In einer Grube nahe der Küchengebäude lagen zahlreiche Essgeschirre, Feldflaschen und Kochtöpfe aus deutscher Produktion, die mit kyrillischen Inschriften und Graffiti versehen waren. Ebenso erwiesen sich die Außenbahnen der Zeltstandorte als sehr fundreich. Eine Marke der polnischen Staatspolizei hat wahrscheinlich einem Teilnehmer am Warschauer Aufstand von 1944 gehört. Weitere metallene Kleinfunde sind Medaillen der Fremdenlegion, Pilgerabzeichen aus Frankreich und Italien sowie Erkennungsmarken der Armeen der USA, Frankreichs, Polens und Jugoslawien.

Zum überaus umfangreichen Fundspektrum gehörte sogar ein Saxophon. Die Gefangenen hatten in einer Theatergruppe spielen dürfen, wovon Fotos überliefert sind.

R. Bräunig