OPAL

Archäologische Schmuckstücke auf Brandenburgs
längster Gastrasse

Spielten flämische Neusiedler Schach?

Im Herbst 2011 soll sie in Betrieb gehen: Die OPAL (Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung) wird nach ihrer Fertigstellung russisches Erdgas von Lubmin an der Ostsee bis an die tschechische Grenze bei Olbernhau in Sachsen transportieren und dabei Brandenburg auf 270 km von Norden nach Süden durchqueren.

Die Wälder, Wiesen und Felder, die die Trasse kreuzt, lagen nicht immer so einsam und unbewohnt wie heute. Zahlreiche archäologische Fundstücke zeugen von der Anwesenheit des Menschen in prähistorischer und historischer Zeit, auch wenn dies an der heutigen Oberfläche zumeist nicht erkennbar ist. Um die Zeugnisse unserer Vergangenheit zu bergen, erforschen seit einiger Zeit Archäologen des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege die 216 derzeit im Trassenverlauf bekannten Bodendenkmale.

Die Ausgrabungen brachten zahlreiche Fundstellen zutage, die uns nicht nur viele interessante Funde liefern, sondern auch neue Einblicke in die Kulturgeschichte Brandenburgs. Der zeitliche Rahmen erstreckt sich dabei über beinahe 10000 Jahre. Lag der älteste Fund - eine Bestattung aus der mittleren Steinzeit - über 9000 Jahre im Boden verborgen, so entstand der jüngste - ein Lager für Kriegsgefangene aus der Zeit des Nationalsozialismus - vor gerade 60 Jahren. Besonders hervorzuheben sind ein jungsteinzeitliches Erdwerk und die Relikte bronzezeitlichen Ackerbaus. Berührend sind der "Schatz" eines eisenzeitlichen Raritätensammlers und die 1500 Jahre jüngeren Totenriten der Slawen. Webhütten und Eisenverhüttungsplätze beleuchten Aspekte des Handwerks um die Zeitenwende, ein Frauengrab aus Klockow überliefert die Bestattungssitten der germanischen Gesellschaft.

Fotos von links nach rechts:

In über 2 m tiefen birnenförmigen Speichergruben brachten die slawischen Bewohner von Drense, Lkr. Uckermark, ihre Vorräte über den Winter (Foto: A. Grothe, BLDAM)

Feuerstülpe aus Altgaul, Lkr. Märkisch-Oderland. Das durchlochte Gefäß ohne Boden schützte während der späten Bronzezeit (um 1000 v. Chr.) die Glut des Herdfeuers vor Zugluft (Foto: D. Sommer, BLDAM)

Die tönernen Gewichte aus Hoppegarten, Lkr. Märkisch-Oderland, beschwerten die Kettfäden eines germanischen Gewichtswebstuhls

(Foto: D. Sommer, BLDAM)