Als die Heveller zu Christen wurden ...

Eine Stele aus Brandenburg a. d. H. legt Zeugnis ab

Romanische Grabstele aus Brandenburg a. d. H. Abbildung: D. Sommer, BLDAM

Aus Pribislaws Burgkapelle

Eine plastisch bearbeitete sandsteinerne Grabstele fand sich unlängst am Südportal der Petrikapelle auf der Dominsel zu Brandenburg an der Havel. Die Petrikapelle bezeichnet das Zentrum der ehemaligen slawischen Fürstenburg. Die Stele legt ein beredtes Zeugnis ab von der Christianisierung der Heveller. Die Schauseite des 1,26 x 0,36 x 0,29 m großen Steines zeigt ein gerahmtes Vortragekreuz, das auf einem Flechtbandkreis fußt und sehr qualitätvoll als Flachrelief herausgearbeitet ist. Mit ziemlicher Sicherheit schmückte der Stein ursprünglich das Grab einer herausragenden Persönlichkeit des weltlichen oder geistlichen Lebens auf der Dominsel. Die starke Abnutzung an der Oberseite spricht eindeutig dafür, dass er später über einen längeren Zeitraum als Schwelle diente.

Das inschriftlose Stück gehört nach kunsthistorischen Vergleichen in das 12. Jahrhundert. Damit befinden wir uns in der Zeit, zu der der letzte Hevellerfürst Pribislaw-Heinrich zum Christentum übergetreten war. Eine Burgkapelle wird indirekt für 1136 in den Quellen bezeugt. 1150 beerbte Albrecht der Bär den Slawenfürsten und sicherte den Siedlungsraum zwischen mittlerer Elbe und Oder dauerhaft der deutschen Herrschaft.

D. Rathert