Ins Grab entsorgt

Bestattung in einer Abfallgrube bei Felchow in der Uckermark

Lieblos in die Grube geworfen - eine Frau in der Uckermark. Wann das geschah, ist noch ungeklärt Abbildung: E. Kirsch, BLDAM

Erste Ergebnisse von der OPAL – der Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung

OPAL beschäftigt seit dem vergangenen Jahr Brandenburgs Archäologen. Die Leitung wird das Land von Nord nach Süd durchqueren und berührt dabei viele archäologische Fundplätze. Bei Felchow in der Uckermark z. B. die Umgebung eines wasserführenden Toteislochs, das über die Jahrhunderte immer Menschen zum Siedeln anzog. Die meisten der jüngst hier aufgedeckten Befunde datieren allerdings in die vorrömische Eisenzeit. Überwiegend sind es zylinderförmige Gruben, einst angelegt, um Vorräte aufzunehmen. Zugleich lieferten sie Lehm als Baumaterial für die Häuser, wie Brandlehmreste bezeugen. Zu guter Letzt verfüllte man sie mit Abfall. Außerdem wurde neben drei Öfen unbestimmter Nutzungsart ein Keramikbrennofen freigelegt, der die Überreste eines bereits beim Brand zerstörten Vorratsgefäßes enthielt.Inmitten der Siedlungsgruben zeigte sich überraschend die Bestattung eines Mannes: mit stark angezogenen Knien, auf die rechte Seite gebettet, der Schädel im Osten und der Blick nach Süden. Ebenso zwischen Gruben kam das Skelett einer Frau zutage, die man in einer bereits teilverfüllten Abfallgrube bestattet hatte. Ost-West ausgerichtet lag sie auf dem Rücken, ihre Hände auf dem Becken, die Beine ragten am Grubenrand steil empor. Die Bestattung vermittelte den Eindruck, als habe man die Frau wie Abfall in die Grube geworfen.Aufgrund fehlender Grabbeigaben lassen sich die Bestattungen bislang nicht datieren.

E. Kirsch