Riewend

Lkr. Potsdam-Mittelmark
Burgwall am nördlichen Ende des Riewendsees, slawisches Mittelalter.

 Riewend, Lkr. Potsdam-Mittelmark. Slawischer Burgwall. (Foto: G. Wetzel, BLDAM)

Thomas Kersting

Die zweigliedrige Wallanlage am nördlichen Ende des Riewendsees im Havelland besteht aus Haupt- und Vorburg. Die ovale Hauptburg von 65 bis 80 m Durchmesser ist von einem 11 m breiten Graben umgeben. Der bis zu 12 m breite Wall ist noch 2,5 bis 5 m hoch erhalten und umschließt einen Innenraum von 0,4 ha.

Im Nordwesten führt eine Erdbrücke in die ca. 4,4 ha große Vorburg, welche ein erst in den 1970er Jahren erkannter Abschnittsgraben nach Westen sicherte. Außerhalb der Anlage befindet sich ein möglicherweise zugehöriges Hügelgräberfeld. Mehrere Sondagen und ein Wallschnitt durch Alfred Götze zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbrachten nicht nur aussagekräftige Befunde, sondern auch ein reichhaltiges Fundmaterial. Die damals vorgenommene Unterteilung der slawischen Keramik in drei Stilgruppen (unverziert, kammstrich- und gurtfurchenverziert) hat Forschungsgeschichte geschrieben und bis heute Bestand.

Riewend darf als Mittelpunkt einer der acht überlieferten "Civitates" (Burgbezirke) der im Havelland ansässigen Heveller gelten, im engeren Umkreis sind 21 slawische Siedlungen aus dem 8. bis 12. Jahrhundert bekannt. Die Burg selber bestand vom 8. bis evtl. ins 11. Jahrhundert, während die Vorburg bis in spätslawische Zeit hinein besiedelt blieb.

Literatur:

Klaus Grebe und Thomas Kersting, Burgwall Riewend. In: Potsdam, Brandenburg und das Havelland. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 37 (Stuttgart 2000) S. 242-243.