Tempelberg

Lkr. Oder-Spree
Steinkistengrab der Kugelamphorenkultur im Tempelberger Forst, Jungsteinzeit

Martin Petzel

Das neolithische Steinkistengrab liegt am Südrand der Lebuser Platte, nordöstlich von Fürstenwalde, auf einer Erhebung innerhalb eines Feuchtgebietes. Es wurde 1871 auf der Suche nach Feldsteinen entdeckt, die man zum Teil für den Bau eines Übergangs über ein nahe gelegenes kleines Fließ verwendete.

Die Entdeckung gelangte den Mitgliedern des örtlichen "Vereins für Heimatkunde" in Müncheberg mit dem ältesten Museum in der Mittelmark - zur Kenntnis. Dessen Gründungsmitglieder stellten am Fundort Menschenknochen von mindestens sechs Individuen, einen Schweinezahn und eine Schleifplatte sicher.

Die leicht trapezförmige Anlage ist Ost-West ausgerichtet. Die 5 m lange, 1,5 m breite und 1,3 m hohe Grabkammer wurde vollständig in den Erdboden eingesenkt. Die Wandflächen bestehen aus aufgestellten Rotsandsteinplatten (roter Trebuser Sandstein) und einer Kalksteinplatte, die die zugehörigen Decksteine trugen. Als Fußboden diente ein Lehmestrich, vermutlich mit Lesesteinen. Der Zugang zur Grabkammer, die zur Beisetzung mehrerer Individuen diente, war an der östlichen Schmalseite.

Eine Nachuntersuchung erfolgte erst 1986. Sie erbrachte teilweise verzierte Keramikbruchstücke, Klingen, Flintabschläge und Trümmerstücke, die der Kugelamphorenkultur (ca. 2300 v. Chr. bis 2130 v. Chr.) zuzuweisen sind.

Die Kugelamphorenkultur am Ende der Trichterbecherkultur ist in Stufe IV des Mittelneolithikums einzuordnen. Verbreitungsgebiete dieser Kulturerscheinung sind Mitteldeutschland, Nordostdeutschland und Polen.

Literatur:

Florian Wilke, Eine Steinkiste der Kugelamphorenkultur im Tempelberger Forst, Kr. Fürstenwalde. In: Bodenfunde und Heimatforschung, Band 16, 1987, S. 20-24. Eberhard Kirsch, Funde des Mittelneolithikums im Land Brandenburg. In: Forschungen zur Archäologie im Land Brandenburg, Band 1, 1993, S. 92.