Bochow

Lkr. Teltow-Fläming
Kreisgrabenanlage südlich von Jüterbog, Jungsteinzeit

Bochow, Lkr. Teltow- Fläming. Luftbild der jungsteinzeitlichen Kreisgrabenanlage (Foto: O. Braasch)

Thomas Kersting

Zu den bedeutenden Entdeckungen durch Flugprospektion und Luftbild in Brandenburg gehören jungsteinzeitliche Grabenwerke, die bis dahin nur vermutet werden konnten.

Die Anlage von Bochow - südlich von Jüterbog im Fläming gelegen - wurde 1993 entdeckt. Ihr Außendurchmesser beträgt ca. 80 m. Mit ihrem Doppelgrabensystem, den hintereinander liegenden Öffnungen in die vier Himmelsrichtungen Nordwest, Nordost, Südwest, Südost und dem dreifachen inneren Palisadenring, der sich deutlich im Luftbild zeigt, ist sie Erdwerken westlich der Elbe und insbesondere in Süddeutschland, Österreich, Tschechien und der Slowakei vergleichbar. Neuerdings sind derartige Anlagen auch aus Westpolen bekannt.

Die vermutete Datierung in das Neolithikum bestätigte sich inzwischen durch eine Sondagegrabung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Humboldt-Universität Berlin und des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums. Anhand typischer Keramik konnte die Kreisgrabenkonstruktion in die Periode der Stichbandkeramik, um 4700 v. Chr., datiert werden.

Literatur:

Michael Meyer, Im doppelten Kreis. Sondergrabungen an einer neolithischen Kreisgrabenanlage in Bochow, Landkreis Teltow-Fläming. In: Archäologie in Berlin und Brandenburg 1999, 2000, S. 42-44.