Burg

Lkr. Spree-Neiße
Burgwall im oberen Spreewald, Bronze- und Eisenzeit

Burg, Lkr. Spree-Neiße. Blick auf den bronze-und eisenzeitlichen Burgwall (Foto: M. Agthe, BLDAM)

Markus Agthe

Der sagenumwobene Schlossberg von Burg im Spreewald gehört zu den eindrucksvollsten obertägig sichtbaren Bodendenkmalen der Niederlausitz. Es handelt sich dabei um einen Burgwall der sog. Lausitzer Kultur aus der jüngsten Bronzezeit und der frühen Eisenzeit (ca. 800-500 v. Chr.) mit einer Gesamtfläche von über 5 ha.

Auf einer natürlichen Talsandinsel bestand zunächst eine unbefestigte Siedlung der jüngeren Bronzezeit. Spätestens in der frühen Eisenzeit wurde die Siedlung mit einem Wall in Holz-Erde-Bauweise geschützt. Diese Befestigungsanlage verfiel im Laufe der Jahrhunderte. Erst in slawischer Zeit (10. Jh. n. Chr.) bestand in dem höher gelegenen Südostteil der Anlage dann erneut eine Burg.

Schon früh wurde die Urgeschichtsforschung auf den Schlossberg aufmerksam. Der Beginn der archäologischen Erkundungen ist mit im Fach bekannten Namen wie Rudolf Virchow und Alfred Götze verbunden. Erste Ausgrabungen fanden im Zusammenhang mit dem Bau der Spreewald-Bahn 1897 durch Götze statt.

Dem heutigen Besucher fällt zuerst der 1915 aus Anlass des 100. Geburtstags Otto von Bismarcks errichtete Turm auf, von dessen Aussichtsplattform man eine guten Überblick über den Burgwall und den umliegenden Spreewald hat. Im Innern des Turmes weist eine kleine Ausstellung auf die Geschichte der Örtlichkeit hin.

Literatur:

Alfred Götze, Der Schlossberg bei Burg im Spreewald, In: Prähistorische Zeitschrift 4, 1912, S. 264-350.

Dietmar-Wilfried Buck u. Horst Rösler, Ein Wallprofil von der Siedlung der Lausitzer Kultur bei Burg, Landkreis Cottbus. In: Beiträge zum bronzezeitlichen Burgenbau in Mitteleuropa, Berlin/Nitra 1982, S. 119-126.