Was ist ein Denkmal

Freesdorf, Lkr. Dahme-Spreewald. Der Borchelt, bronzezeitliche Siedlung und slawischer Burgwall (Foto: M. Agthe, BLDAM)
Lehnin, Lkr. Potsdam Mittelmark. Ehem. Zisterzienserkloster von Nordosten (Foto: Dieter Möller, BLDAM)

Was ist ein Denkmal?

Zu den Denkmalen zählt alles, was aus geschichtlichen, wissenschaftlichen, technischen, künstlerischen, städtebaulichen oder volkskundlichen Gründen so bedeutsam ist, dass es für die Öffentlichkeit erhalten werden muss.

Bau-, Garten- und technische Denkmale belegen die ganze Breite der von Menschen geschaffenen Anlagen, wie Klöster, Kirchen, Schlösser, Scheunen, Wohnbauten, Hausgärten, Ortskerne, Industrieanlagen, Straßenzüge, Brücken, Stadtmauern, Türme, Schleusen, Militäranlagen, Alleen, Friedhofskreuze, Parkanlagen, aber auch Teile von Gebäuden, wie Arkaden, Fassaden, Keller und vieles andere mehr. Bewegliche Denkmale wie Bildwerke, Standbilder, Altäre oder Orgeln ergänzen den Bestand.

Von den Bau-, den Garten- und den technischen Denkmalen sind die Bodendenkmale zu unterscheiden. Sie sind die im Boden oder in Gewässern verbliebenen Spuren menschlichen, tierischen und pflanzlichen Lebens. Dazu gehören z.B. Reste steinzeitlicher Rastplätze, bronzezeitliche Urnen- oder Hügelgräber, germanische Eisenschmelzöfen, slawische Siedlungen und Burgwälle, Spuren von Vorgängerbauten mittelalterlicher Kirchen, Klöster, Häuser und Befestigungen, aber auch Überreste von Konzentrationslagern oder Kriegshandlungen der Neuzeit. Neben diesen sog. ortsfesten Bodendenkmalen besitzt die Vielzahl der Funde – wie Gefäße, Werkzeuge, Waffen, Schmuck, Bauteile oder Skelettreste – ebenfalls Denkmalcharakter.

Kurz und knapp im Überblick: Flyer LandesArchäologie.

Denkmale werden nachrichtlich in ein öffentliches Verzeichnis (Denkmalliste) eingetragen. Denkmale sind jedoch unabhängig von einer Eintragung in die Denkmalliste gesetzlich geschützt. Die Denkmalfachbehörde führt die Denkmalliste zentral für das Land Brandenburg.

 

Welche gesetzlichen Grundlagen gelten in Brandenburg für Denkmalschutz und Denkmalpflege?

Aufgaben und Zuständigkeiten der mit Denkmalschutz und Denkmalpflege befassten Institutionen regelt das Gesetz über den Schutz und die Pflege der Denkmale im Land Brandenburg (BbgDSchG) vom 24. Mai 2004 (GVBl.) I S. 215), das am 1. August 2004 in Kraft getreten ist und das Brandenburgische Denkmalschutzgesetz vom 22. Juli 1991 (GVBl.) I S. 311) abgelöst hat. Es definiert darüber hinaus, was Denkmale sind und benennt Leitlinien für Denkmaleigentümer. Ergänzungen findet das Gesetz in den Festlegungen der Brandenburgischen Bauordnung.

Welche Behörden sind für Denkmale zuständig?

Sämtliche Fragen, die Bodendenkmale und Denkmale betreffen, beantworten die unteren Denkmalschutzbehörden für ihren regionalen Zuständigkeitsbereich (siehe Karte). Untere Denkmalschutzbehörden sind die Landratsämter der Landkreise, die Stadtverwaltungen der kreisfreien Städte bzw. die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg für die in ihrem Vermögen befindlichen gärtnerischen und baulichen Anlagen. Die Entscheidungen im Umgang mit Denkmalen regeln sie im Benehmen mit der Denkmalfachbehörde, dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum (§ 19 BbgDSchG) ). Kommt dabei keine Einigung zustande, entscheidet die strittige Frage die oberste Denkmalschutzbehörde, das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg auf Antrag der Denkmalfachbehörde.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie Eigentümer eines Denkmals sind?

Als Besitzer oder Eigentümer eines Denkmals sind Sie gehalten, dieses zu schützen, zu pflegen und zu erhalten – im Rahmen des Zumutbaren – und alle Schäden daran der unteren Denkmalschutzbehörde zu melden.

Sie können Ihr Denkmal ohne weiteres verkaufen, müssen jedoch den neuen Eigentümer/Besitzer auf den bestehenden Denkmalschutz hinweisen und die untere Denkmalschutzbehörde von diesem Eigentümer-/Besitzerwechsel unterrichten. Auch können Sie ein Grundstück, auf dem ein Denkmal steht, beleihen.

Wenn Sie Ihr Baudenkmal instandsetzen oder verändern möchten, indem Sie es z.B. umnutzen, Fenster oder Türen austauschen, Böden oder Dacheindeckungen erneuern, Wände hinzufügen oder abtragen, eine Satellitenschüssel oder Werbeträger anbringen wollen, benötigen Sie dafür vorab, d.h. rechtzeitig vor Baubeginn, entweder eine Baugenehmigung oder eine Erlaubnis der unteren Denkmalschutzbehörde. Deshalb ist es notwendig, dass Sie der für Ihren Kreis zuständigen Behörde rechtzeitig vor dem Einleiten von Maßnahmen genau erklären, welche Veränderungen Sie sich für Ihr Gebäude oder Ihren Garten vorstellen.

Gleiches gilt für Veränderungen oder Umnutzungen an oder auf ortsfesten Bodendenkmalen bzw. für den Eigentümer-/ Besitzerwechsel von beweglichen Bodendenkmalen.

Kompetente fachliche Beratung schon bei den Vorbereitungen und dann insbesondere bei den Maßnahmen selbst erhalten Sie durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums.

Was gilt es zu berücksichtigen, wenn das Haus Ihres Nachbarn Denkmal ist?

Für einen solchen Fall brauchen Sie für die Veränderungen an Ihrem eigenen, nicht denkmalgeschützten Haus ebenfalls eine Erlaubnis der unteren Denkmalschutzbehörde, damit Ihre Neuerungen nicht Substanz oder Erscheinungsbild des benachbarten Denkmals beeinträchtigen.

Worauf müssen Sie beim Umgang mit Bodendenkmalen achten?

Bodendenkmale unterliegen einem besonderen Schutz vor Zerstörung durch unsachgemäße Bergung oder Plünderung. Priorität genießt ihre Erhaltung. Eine Ausgrabung ohne Erlaubnis der Denkmalfachbehörde ist unzulässig. Verstöße werden ordnungs- bzw. strafrechtlich verfolgt. Aufgefundene archäologische Strukturen oder Funde müssen der zuständigen unteren Denkmalschutzbehörde unverzüglich angezeigt werden. Aufgrund des im Denkmalschutzgesetz festgelegten sog. Schatzregals gehen bewegliche Denkmale und bewegliche Bodendenkmale, die herrenlos sind oder die so lange verborgen waren, dass ihr Eigentümer nicht mehr zu ermitteln ist, in das Landeseigentum über. Die gezielte Suche mit technischen Hilfsmitteln, z.B. mit Metallsonden, oder die Ausgrabung sind dem Fachamt vorbehalten bzw. durch dieses genehmigungspflichtig.