Demerthin, Lkr. Prignitz. Zur Restaurierung des Schloßportals

Schloss Demerthin gehört zu den herausragenden Baudenkmalen im Land Brandenburg. Sein Grundbaukörper stammt aus der Phase des Neubaus in den Jahren um und nach 1600 (Inschrift am Wappen 1604). Damals wurden ältere Bauteile (des Kellers und des Erdgeschosses) in den Neubau einbezogen. Das Gebäude blieb nicht ohne spätere Veränderungen des 18., 19. und 20. Jahrhunderts.

Nach 1990 begann die Sanierung des Schlosses mit dem Turm. 1991 wurde das Sandsteinportal mit der Wappentafel samt der Türe ausgebaut und eingelagert. Die Hoffnung, dass sie nach einer baldigen Restaurierung wieder eingebaut werden würden, erfüllte sich nicht. Erst 1997/8 erfolgten die Instandsetzung des Dachwerkes, die Neueindeckung und die Fassadensanierung des Gebäudes. In beiden Sanierungsabschnitten war die Restaurierung des Portals vorgesehen, entfiel aber jeweils aus finanziellen Gründen. Die Sanierung der Außenhaut des Gebäudes war nicht abgeschlossen.

Die Wappentafel war in unrestauriertem Zustand ein Exponat der Eröffnungsausstellung des Hauses der brandenburgisch-preußischen Geschichte in Potsdam im Jahre 2001.

Im Jahre 2002 gelang es endlich, eine separate Förderung für die Restaurierung des Portals durch das Programm Dach und Fach und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zu erreichen.

Einer gründlichen Untersuchung der unterschiedlich stark geschädigten Sandsteinteile, folgte eine ausführliche Diskussion über den Grad der Ergänzungen mit neuem Steinmaterial oder mit Ersatzmasse und über das Belassen von Spuren der Alterung und Nutzung des Portals.

Die Untersuchung der verschiedenen Teile auf Farbspuren ergab, dass die Fassung von 1604 lediglich in so geringen Resten vorhanden war, so dass eine Rekonstruktion ausgeschlossen war. Die nachfolgende Fassung, die einer barocken Bauphase um 1740 zugeordnet werden kann, war weitgehend lückenlos festzustellen. Für diese Fassung sprachen außerdem die erhaltene, barocke Türe und die Farbfassung des Außenmauerwerks, die ebenfalls dieser Phase zuzurechnen ist.

Die stark differenzierte Farbigkeit wirkt für Brandenburg zunächst ungewohnt. Doch muss damit gerechnet werden, dass auch an anderen Portalanlagen in der Barockzeit ähnlich differenzierte Farbfassungen vorhanden waren.

Die Restauratoren T. Schubert und A. Streich, Berlin, führten zunächst an den Sandsteinen die aufwendigen Ergänzungen mit Steinergänzungsmasse und Vierungen aus. Einzelne Sandsteinteile mussten neu hergestellt werden. Nach dem sorgfältigen Wiedereinbau des Portals, der Wappentafel und auch der Türe erfolgte die komplette Neufassung auf der Grundlage der Befunduntersuchung von August bis Anfang September 2003.

Mit der feierlichen Enthüllung am 18. September 2003 im Beisein der Ministerin Frau Prof. Wanka fand somit die Sanierung der Außenhaut des Schlosses ihren vorerst letzten Abschluss.

Das Gebäude, das seit einigen Jahren nur partiell im Erdgeschoss genutzt wird, soll nach dem Willen der Gemeinde Gumtow in einigen Jahren für die Gemeindeverwaltung und für kulturelle Zwecke genutzt werden. Bis zum Abschluss der dazu notwendigen Innensanierung wird es noch ein langer Weg sein. Das Gebäude selber soll das Hauptexponat eines Museums werden, das auch eine profane Nutzung wie die Gemeindeverwaltung enthält.

Georg Frank

Gebietsreferent Praktische Denkmalpflege

Fotos S. Arend und Autor