Wolfshagen, Lkr. Uckermark. Lenné-Park

Der Lenné-Park im uckermärkischen Wolfshagen ist Teil eines umfangreichen Denkmalensembles, das den größten Teil des Ortes umfasst und als Denkmalbereich nationale Bedeutung besitzt. Mit der Umgestaltung und Erweiterung einer bereits vorhandenen barocken Parkanlage ist der Landschaftspark Wolfshagen im Wesentlichen in den 1830er entstanden. Auf der Grundlage einer Planung von Peter Joseph Lenné erfolgte die Gestaltung des Parkes im Zusammenhang mit umfangreichen wirtschaftlichen und baulichen Veränderungen in Wolfshagen, die insgesamt Ausdruck waren für den prägendsten Abschnitt in der Entwicklung des Ortes.

Der Park besteht aus zwei fast gleich großen Teilen, die sich beidseitig vom ehemals mittig gelegenen, heute nicht mehr vorhandenen Schloss am Südufer des Haussees entlang erstrecken. Wesentlichstes Gestaltungsmerkmal sind die unterschiedlich großen, von Bepflanzung freien Parkwiesenräume, deren Räumlichkeit durch die Stellung von Einzelbäumen, Baumgruppen und Gehölzmassiven gebildet wird, aber auch durch die Führung der Wege, mit denen die verschiedenen Bauwerke, Denkmäler und Parkarchitekturen erschlossen werden und die mehrmals an die Dorfstraße anschließen. Deutlich ist dieunterschiedliche Größe der einzelnen Parkräume. Sie sind in den äußeren Bereichen am östlichen und westlichen Parkrand am größten und werden in Richtung Schloss immer kleinteiliger. Demzufolge wird auch das Wegenetz von außen nach innen engmaschiger und verzweigter.

Im westlichen Bereich ist der Park zum Dorf mit dichten Baumpflanzungen entlang der Straße stark abgegrenzt, während er sich zum See hin weit öffnet. Die übrige Bepflanzung besteht im Wesentlichen aus wege- und uferbegleitenden Baumgruppen und Einzelbäumen sowie dem inselartigen Baummassiv im Bereich der Burgruine. Der sich östlich neben dem ehemaligen Schloss und den Gutsgebäuden anschließende Parkteil zeigt durch die Anordnung der wegebegleitenden Gehölzgruppen und Einzelbäume eine ähnliche Gliederung der Parkräume wie im westlichen Teil. Auch hier besteht das Gestaltungsprinzip darin, den Park zum Dorf und zu den Gutsgebäuden mit geschlossenen Pflanzungen abzuschirmen, die einzelnen Parkräume dagegen zum See hin zu öffnen und andere Uferpartien über den Haussee hinweg optisch erlebbar zu machen.

Der Wiederherstellung wichtiger Bauten im Park wie der Fliesenbrücke, der Burgruine, des Denkmals für die Befreiungskriege u. a. folgten umfangreiche Maßnahmen zur Sanierung und Wiederherstellung des Parkes unter gartendenkmalpflegerischen Gesichtspunkten. Vorrangig ist das gesamte Wegesystem und der vorhandene Vegetationsbestand überarbeitet worden. Dabei wurde der Uferweg, der sich als Haupterschließung durch den gesamten Park zieht, erneuert und historische Wege, die im Laufe der vergangenen Zeit verloren gingen, neu angelegt. Mit starken Eingriffen in den vorhandenen Baumbestand durch umfangreiche Fällungen ist ein Großteil des über Jahrzehnte aufgewachsenen Wildwuchsbestandes beseitigt worden. Damit sind wichtige Sichtbezüge im Park wieder erlebbar und die ehemalige Raumstruktur in einigen Parkbereichen wie dem Burgbereich, der Umgebung der Königssäule – dem einzigen Denkmal dieser Art für die Stein-Hardenberg’schen Reformen in Deutschland – und Teilen des Uferbereiches konnte wiederhergestellt werden. Die denkmalpflegerische Instandsetzung des Parks wurde finanziell im Rahmen der Gesamtrestaurierung der Denkmale innerhalb des Denkmalbereichs von Wolfshagen mit Mitteln des Bundes, des Landes Brandenburg und der Gemeinde über mehrere Jahre umfangreich gefördert.

Hans-Joachim Dreger