Wiederentdeckt: "Künstlerhaus Gehrke" in Ferch, Neue Scheune 17, am Schwielowsee

Im Rahmen der Topographiebearbeitung wurden zahlreiche Denkmale neu entdeckt, bzw. neu ins Bewußtsein gerückt.

Das Anwesen am Schwielowsee mit kleinem Fachwerkhaus aus dem 18. Jh. bewohnte seit 1927 über 50 Jahre lang der Landschaftsmaler Hans-Otto Gehrcke (1896-1988) Als Sommerhaus von der Familie seit 1913 genutzt, hatte der Vater bereits 1926 an die südwestliche Giebelseite eine polygonale Veranda mit großen Fensterflächen angebaut. 1930 ließ Hans-Otto außerdem vor der zum See gewandten Längsseite eine Erweiterung mit flachem Pultdach anfügen, in der er sein Atelier unterbrachte.

Gleichzeitig gestaltete er die Freiflächen auf der Anhöhe und östlich hinunter bis zum Seeufer zu einem Naturgarten um. Dabei wurde er maßgeblich von dem bekannten Gärtner, Staudenzüchter und Garten-schriftsteller Karl Förster aus Potsdam-Bornim unterstützt. Der obere Teil am Haus wird von dem sogenannten Untergarten am See durch einen öffentlichen Weg, den eine Holzbrücke überspannt, getrennt. Die Gartenkomposition berücksichtigte naturräumliche Gegebenheiten und verstärkte sie durch üppige Pflanzungen, darunter zahlreiche Stauden und rahmende Strauch- und Baumgruppen.

Das durch seinen exponierten Standort und die traditionelle Fachwerkbauweise geprägte Haus gehört zu den ältesten Bauten in Ferch. In den 1970er und 80er Jahren verwilderte das Anwesen zusehends. 1988 erbte es Erika Bauer, die das Haus 1989-98 liebevoll instandsetzte, so dass es auch mit den Anbauten bis heute seinen typischen Charakter bewahrt hat. Die gleichzeitige Sanierung des Gartens wurde mit Unterstützung des Gartenarchitekten Peter Herling, einem ehemaligen Mitarbeiter von Förster, durchgeführt.

Heute ist das Anwesen zusammen mit dem gut gepflegten Kunstnachlass Gehrckes dank des unermüdlichen Einsatzes von Frau Bauer als eines der letzten bedeutenden Künstleranwesen der Schwielowseeregion wieder erlebbar.

(Denkmaltopographie PM, Nördliche Zauche, S.149/50)