Zisterzienserkloster Doberlug. Apsis der ehemaligen Klosterkirche restauriert

Seit ihrer Restaurierung in den Jahren 2002/2003 vermittelt die Apsis der ehemaligen Klosterkirche Doberlug wieder die hohe Qualität dieses im Ursprung spätromanischen Baues. Nach längeren Überlegungen und auch kontroversen Diskussionen über die Befunde der Außenfassung des für Deutschland bedeutenden Sakralbaues wurde mit der Restaurierung der Apsis schließlich das Ziel für die weitere Instandsetzung der Fassaden formuliert.

Die 1165 gegründete und durch Mönche aus Volkenrode besiedelte Anlage von Doberlug ist das älteste Zisterzienserkloster im Land Brandenburg. Der Bau der einstigen Klosterkirche ist in die Zeit von 1184 bis 1250 zu datieren. Seit der Auflösung des Klosters 1541 ungenutzt, wurde die Kirche später für evangelische Gottesdienste eingerichtet und nach dem Dreißigjährigen Krieg von 1673-1676 als Hofkirche der Herzöge von Sachsen- Merseburg wieder hergestellt und neu ausgestattet. Ein Brand verwüstete Mitte des 19. Jahrhunderts die Kirche und die verbliebenen Klosterbauten. Seither sind von den ursprünglichen Bauten des Klosters heute nur noch die Klosterkirche, das Refektorium und im Neubau des Renaissanceschlosses aufgegangene Bauwerksreste erhalten.

Der purifizierenden Wiederherstellung der Kirche nach 1859 folgte in den Jahren von 1905-1909 eine eingreifende Restaurierung unter Leitung von Prof. Karl Weber aus Berlin. Insbesondere im Innenraum ist die Erscheinung der Kirche bis heute durch die damalige Restaurierungsleistung geprägt. Vermutlich durch die befundete Fassung des 17. Jahrhunderts angeregt, war der Außenbau damals weiß gekalkt und mit rotem Fugennetz versehen worden. Diese Gestaltung ist nicht mehr erhalten, da bereits 20 Jahre später erste vereinfachende Fassadenreparaturen erfolgten und die Reste der Weberschen Fassung verloren gingen, als die Kirche um 1978 neu verputzt wurde.

Seit 1990 gab es umfangreiche Bemühungen zur Sanierung des Baudenkmals. Hierzu gehörten die Dach- und Turmreparaturen, statische Sicherungen, die Restaurierung der Orgel und die Regulierung des Geländes. Gegenstand der Bemühungen war auch immer die Verbesserung der bauklimatischen Bedingungen und die Klärung, wie langfristig mit der Gestalt des Außenbaus umzugehen sei. Geklärt werden musste hierbei sowohl der Umgang mit dem sehr dichten, zementhaltigen und dadurch substanzschädigenden Putz, als auch das Restaurierungsziel für das Bauwerk unter Berücksichtigung der verschiedenen befundeten Fassungen. Neben den bauzeitlichen Fassungen stand hier insbesondere auch die Wiederholung der Gestaltung von Karl Weber zur Diskussion. Da diese in Gänze verloren ist, wäre eine Rekonstruktion lediglich auf der Grundlage von Fotodokumenten möglich. Ein anderer, eher bauzeitlich geprägter Ansatz wurde bereits 1978 durch Dr. Heinrich Magirius mit Restaurierung der Westfassade umgesetzt.

Als Ergebnis der Diskussion wurde letztendlich entschieden, dass die Apsis im Kontext zur Kirche aufgrund ihres außerordentlich hohen baukünstlerischen Wertes im Sinne der durch den Restaurator nachgewiesenen Erstfassung wieder hergestellt werden soll. Der Entfernung des Putzes ging eine sorgfältige restauratorische Sondierung voraus. Diese bestätigte, dass das mittelalterliche Backsteinmauerwerk darunter insbesondere im Traufbereich einer unkontrollierten Schädigung unterlag. Andererseits wurde nachgewiesen, dass eine Putzabnahme bei entsprechend vorsichtiger Herangehensweise Substanz schonend möglich sei. Aufgrund dieser Untersuchungsergebnisse war es verantwortbar, die Abnahme des Putzes als Voraussetzung für eine Neufassung zu realisieren. Danach wurden Fehlstellen im Mauerwerk geschlossen und die Fugen in Anlehnung an den historischen Fugenschnitt mit Kalkmörtel ergänzt. Mit roter Ziegelschlämme wurden die durch die Ergänzungen teilweise verunklärten Umrisse der Ziegel nachgezeichnet. Das im Ergebnis dieses Restaurierungsansatzes entstandene Erscheinungsbild der Apsis folgt nun wieder der bauzeitlichen Fassung.

In gleichem Sinne wurden inzwischen auch das Chorhaus und teilweise das nördliche Querhaus behandelt. Hier musste allerdings aufgrund stärkerer Veränderungen im Mauerwerk und unübersehbarer Eingriffe durch den Abbruch der Seitenapsiden durch leichtes Überschlämmen des Mauerwerks eine vermittelnde Form gefunden werden.

D.K.