Mittelalterliche Wandmalereien in den Dorfkirchen der Diözese Brandenburg. Stil – Funktion – Werktechnik

04.09.2019 | 18 Uhr | St.-Annen-Kirche, Königin-Luise-Straße 55, 14195 Berlin-Dahlem

Buchpräsentation

vorgestellt von Ute Joksch, Autorin
Grußwort von Thomas Drachenberg,
Landeskonservator
Einführung von Jan Raue, Professor für Konservierung und Restaurierung an der FH Potsdam

Herausgegeben vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum in der Reihe Forschungen & Beiträge zur Denkmalpflege im Land Brandenburg (Bd. 17).

Die Diözese Brandenburg ist Teil einer Kulturlandschaft, die im Zuge des hochmittelalterlichen Landesausbaus geprägt wurde. Die  Einwanderungsbewegungen aus den altdeutschen Gebieten in die Region zwischen Elbe und Oder lassen sich auch heute noch an der Entstehungszeit der Kirchenbauten und insbesondere an den mittelalterlichen  Wandmalereien ablesen. Der Zeitraum ihrer Entstehung reicht vom beginnenden 13. Jahrhundert bis zum einschneidenden Ereignis der Reformation. Jedoch ist nur noch ein kleiner Bestand an Wandmalereien sichtbar – und das in einem häufig sehr fragmentarischen Zustand.

Die Untersuchung der Malereien wird an sechs aussagekräftigen Fallbeispielen realisiert. Gefragt wird nach  Auftraggebern, nach Bildinhalten und ihrer Funktion sowie der Stil- und Motivgeschichte, den ursprünglichen Werktechniken und der Restaurierungsgeschichte. Im zweiten Teil rücken die Variationen beliebter Bildthemen der christlichen Kunst, deren Lokalisierung im Kirchenraum sowie die Werktechniken und der stilistische Wandel in den Blick. Die Farbsymbolik von  Bildhintergründen und Gewändern und die ikonografische Spezifik der monumentalen Darstellungen des Christophorus und der Maiestas Domini bzw. des sogenannten Wundmal-Christus beim Weltgericht kommen ebenso zur Sprache, wie ausgewählte Themen der umfangreichen Bildprogramme der Dorfkirchen.

Ein Schwerpunkt ist die Analyse der Gliederungssysteme sowie eine detaillierte Erfassung von Ornamentformen, die durch eine Fülle an Bildern eine vergleichende Betrachtung der Motive auch  mit anderen Kunstgattungen ermöglicht. Auf faszinierende Weise veranschaulicht sich im Ergebnis der komplexe Transfer von Motiven im gesamten europäischen Raum.

Der Band liefert umfangreiches Untersuchungsmaterial für weitere restaurierungs-, kunst- und naturwissenschaftliche Forschungen. Zugleich sollen aber auch dem an der mittelalterlichen Welt interessierten Laien die Wandmalereien in der Region reich bebildert vorgestellt werden.

Zur Person

Ute Joksch ist Restauratorin bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg im Fachbereich Architekturfassung / Wandbild. Die vorgestellte Publikation ist das Ergebnis einer Promotion am heutigen Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der Technischen Universität Berlin bei Prof. Robert Suckale.

 

Hinweis:
Während der Veranstaltung werden Fotos gemacht und diese ggf. veröffentlicht. Weitere Informationen