Halskragen, Tüllenbeil und mehr

Erfolgreiche Feldbegehung in Altlandsberg, Lkr. Märkisch-Oderland

Altlandsberg. Zusammen, was wohl nicht zusammengehört: Halskragen, Halsring, Armreif und Tüllenbeil der Jungbronzezeit Foto: K. Sommer, BLDAM

Einzel- oder Hortfund

Bei einer Feldbegehung auf einem bronzezeitlichen Fundplatz bei Altlandsberg (Lkr. Märkisch-Oderland) sammelte ein Bodendenkmalpfleger das Bruchstück eines Halskragens auf. Die frisch umbrochene Wiesenfläche ließ auf weitere Funde, möglicherweise sogar einen Hortfund hoffen. Doch auch die intensivste Absuche der Umgebung ergab kein weiteres aussagefähiges Material; erst mithilfe von Suchgeräten ließen sich Metalle orten. Darunter die fehlende Hälfte des seltenen Halskragens, sie lag ca. 100 m entfernt. Der Halskragen gehört wahrscheinlich zu einem aus mehreren Teilen bestehenden Collier. Seine Schauseite zieren Strichgruppen, Punkte, Punktreihen, ein Gittermuster und sich kreuzende Linien. Der Querschnitt ist leicht dachförmig, die Enden rollen sich zu einer Öse ein.

An einem Feldweg, der den Fundplatz kreuzt, trat ein kleines beschädigtes Tüllenbeil mit abgesetztem Tüllenrand, leicht nach außen gezogener Schneide und einer Naht zwischen dem Rand und den Schneidenendpunkten zutage; hier ist der Zusammenhang zu einem geschlossenen Hort unwahrscheinlich. Ein einfach gedrehter Halsring mit eingerollten Ösen kam ungefähr mittig zwischen den beiden Halskragenbruchstücken ans Licht, ein vollständig erhaltener gerippter Armreifen ca. 60 m westlich davon. Die Fundlage aller Stücke spricht eher gegen einen geschlossenen Fund. Dennoch gehört das Material komplett ans Ende der Jungbronzezeit, in die Zeit etwa 800-500 v. Chr.

M. Petzel