Einbaum kehrt heim

Rückgabe eines slawischen Holzfundes

Wünsdorf. Spät-Heimkehrer: Begutachtung des Einbaums in der Restaurierungswerkstatt Foto: D. Sommer, BLDAM

Einbaum kehrt heim

Ein fast 9 m langes slawisches Einbaumboot ist in den Besitz des Landes Brandenburg zurückgekehrt. Über Jahrzehnte war es zuvor eines der größten Exponate des Kunsthistorischen Museums Magdeburg gewesen. Die Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg konnten sich nun über den dauerhaften Verbleib des fast 1000-jährigen Eichenbootes aus Ziesar einigen - ein spätes Kapitel des Einigungsvertrages von 1990, der auch das Eigentum an verlagertem Kulturgut mit überregionaler Bedeutung regelt.

Das 1935 in der Nähe der Burg Ziesar im „Alten See“ gefundene Boot ist dendrochronologisch auf 1025±20(Fälldatum) datiert. Seine Ausmaße und die annähernd komplette Erhaltung sowie die genaue Datierung verleihen ihm besonderen Wert. Die Fundlage im heute trockenen „Alten See“ illustriert eindrücklich das an Gewässern orientierte Leben der Slawen vom 7./8. bis zum 12. Jh. hierzulande.

Der Einbaum wird zunächst in der Restaurierungswerkstatt des BLDAM in Wünsdorf dokumentiert und konserviert, bevor er in die Slawenzeit-Ausstellung im Landesmuseum Paulikloster in Brandenburg an der Havel umzieht. Die Slawenzeit könnte dann für wasserfeste Besucher sogar „erfahrbar“ werden, wenn sie im Slawendorf in der Altstadt einen Nachbau des Einbaumes besteigen ...

Auch die Stadt Ziesar soll ein schwimmfähiges Duplikat erhalten.

Thomas Kersting