Gold in Gastrose

Ein wertvoller Fund aus dem Lkr. Spree-Neiße

Groß Gastrose. Zwei Golddrahtspiralen, Durchmesser des rechten Stückes ca. 2,3 cm Abbildungen: Autorin

Gold in Gastrose

Eine unscheinbare Grube, die nur einen einzigen unspezifischen Silexartefakt enthielt, und die aus Altfunden bekannte Siedlungssituation gaben den Grund, den Schnitt für eine Leitungstrasse in Groß Gastrose (Lkr. Spree-Neiße) zu erweitern. Schon nach 5 m zeichneten sich im hellgelben Sandboden des neu geöffneten Bereichs mehrere grau bis graubraun gefleckte Gruben unterschiedlicher Größe sehr gut ab. Die meist als Gräber zu deutenden Verfärbungen waren vorwiegend rechteckig bis oval und etwa 1 m x 1,6 m groß. In etlichen Gruben lagen kindskopfgroße Feldsteine, anscheinend als Stützen für (Baum)-Särge? angeordnet. Keramikbeigaben kamen nur vereinzelt vor, ebenso Metalle, die aber waren durchaus besonders! Zwei Golddrahtspiralen stammen aus einem ungestörten Grab, das vier - wie beschrieben - im Rechteck platzierte Feldsteine enthielt, außerdem einen kleinen Keramikbecher und eine Bronzenadel. Eine weitere, 0,9 cm hohe, fein gearbeitete Spirale aus Golddraht stand vermutlich ebenfalls mit einer Bestattung in Zusammenhang.

Bis auf eine Ausnahme waren keine Knochen oder Leichenschatten erkennbar. Das „Ausnahme“-Grab befand sich etwas außerhalb des Zentrums, darin fragile Knochen der stark angewinkelten Beine und ein spärlicher Rest des Schädels, die im Block geborgen wurden. Der Kopf wies nach Süden, der Blick war nach Osten gerichtet.

Der Kern des Fundplatzes ist ein Gräberfeld der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur. Die im Zentrum sehr dicht beieinander liegenden Körpergräber überschnitten sich häufig; vereinzelte jungbronzezeitliche Scherben deuten auf eine Mehrphasigkeit hin.

Der Platz ist ein neuer Beleg für die bekannte frühbronzezeitliche Besiedlungskette entlang des Neißeufers.

Deborah Schulz