Denkmalförderung 2025: Über hundert Millionen Euro Fördermittel für Brandenburger Denkmale

12.01.2026

Pressekonferenz mit Kulturministerin Manja Schüle (M.), Infrastrukturminister Detlef Tabbert (2.v.l.) und Landeskonservator Thomas Drachenberg (1.v.r). Foto: A.-M. Graatz, BLDAM

Kulturministerin Schüle, Infrastrukturminister Tabbert und Landeskonservator Drachenberg präsentieren sanierte Denkmale und Förderprogramme

Kulturministerin Dr. Manja Schüle und Infrastrukturminister Detlef Tabbert präsentierten heute in Potsdam zusammen mit Landeskonservator Prof. Dr. Thomas Drachenberg die Bilanz 2025 der Denkmal-Förderung des Landes. Architektin Stefanie Hereth, Eigentümerin der denkmalgeschützten Ziegelei-Villa in Glindow (Potsdam-Mittelmark), stellte ihr mit Mitteln der Denkmalhilfe gefördertes Sanierungsprojekt vor. Ilja Haub, Leiter des Dezernats für Bau und Stadtentwicklung der Stadt Eberswalde (Barnim), sprach über die aus dem Programm Nachhaltige Stadtentwicklung geförderte Sanierung des Kupferfertighauses in Eberswalde (Barnim). 2025 wurden insgesamt rund 106 Millionen Euro aus Mitteln des Kulturministeriums sowie des Infrastrukturministeriums in die Sicherung, Sanierung und Restaurierung von Denkmalen in Brandenburg investiert.

Kulturministerin Dr. Manja Schüle: „Vom Feuersteinwerkzeug über den Park Branitz, die Bockwindmühle Cammer und das Kloster Lehnin bis zum Eimerkettenbagger: Mehr als 14.000 Denkmale gibt es im Land Brandenburg. Sie alle prägen auf die eine oder andere Weise unsere kulturelle Identität und Geschichte – sie zu bewahren ist Aufgabe des Denkmalschutzes. Viele dieser Kultur- und Geschichtszeugen wären ohne privates, oft ehrenamtliches Engagement nicht zu erhalten. Denkmalschutz ist kein Luxus, sondern unsere gemeinsame Verantwortung. Deshalb haben wir im vergangenen Jahr 30 Millionen Euro in die erfolgreiche Sicherung und Sanierung von Denkmalen investiert. Unser Ziel bleibt es, den kulturellen Reichtum unseres Landes für kommende Generationen lebendig zu halten.“

Infrastrukturminister Detlef Tabbert: „Wir machen die historische Bausubstanz unserer Städte und Gemeinden fit für die Zukunft. Es geht um einen flexiblen Mix aus Wohnen, Gewerbe, Handel, Gastronomie sowie Kultur-, Bildungs- und Freizeitangeboten. Die Förderung von Denkmalschutz und Stadtentwicklung sind dabei kein Wiederspruch, sondern haben das gleiche Ziel: lebenswerte Orte in Brandenburg zu erhalten und weiterzuentwickeln. Der städtebauliche Denkmalschutz gehört zu den wesentlichen Aufgaben der Stadtentwicklung und wird im Rahmen aller Programme der Städtebauförderung unterstützt. Im zurückliegenden Jahr wurden aus den Programmen der Städtebauförderung von Bund und Land rund 76 Millionen Euro bewilligt. Und auch für dieses Jahr liegen bereits Anträge von 70 Städten über insgesamt 150 Millionen Euro vor, die Nachfrage ist also ungebrochen.“

Landeskonservator Prof. Dr. Thomas Drachenberg: „Wir haben zusammen mit unseren Partnern die Expertise für die Qualitäten des Altbaus! Der Umgang mit der Ziegelei-Villa in Glindow ist dafür ein gutes Beispiel: Wir schauen zusammen mit dem Eigentümer und der Architektin zuerst darauf, wie es dem Bauwerk geht – und was es in die Lage versetzt hat, oft mehr als 100 Jahre zu stehen. Wir versuchen dann die Probleme anzugehen und die Stärken zu stärken. Denkmalpflege ist die beste Entbürokratisierung. Wir brauchen keine Neubauvorschriften am Altbau.”

Architektin und Bauherrin Stefanie Hereth: „Es ist viel schöner, ein altes Haus zu sanieren, als ein Neues zu bauen! Wir erhalten, sanieren und restaurieren das historische Ziegeleibesitzer-Anwesen mit sehr viel Freude und Engagement. Wir möchten uns herzlich beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur und beim Landkreis Potsdam-Mittelmark für die gewährte Unterstützung bedanken sowie bei allen Projektbeteiligten der Denkmalschutzbehörde und dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum. Vielleicht gelingt es uns gemeinsam an einem Ort, an dem die Kulturgeschichte der Ziegelproduktion Brandenburgs noch immer spürbar und erlebbar ist, ein bedeutendes Gebäude seiner Zeit zu erhalten und seinem historischen Erscheinungsbild wieder ein Stück näher zu bringen. Im besten Fall können wir mit dem geplanten Neubau auch einen Entwicklungsimpuls für das Areal um die alte Ziegeleimanufaktur setzen.“

Pressekonferenz Bilanz zur Denkmalförderung 2025. Foto: A.-M. Graatz, BLDAM

Ilja Haub, Leiter des Dezernats für Bau und Stadtentwicklung der Stadt Eberswalde: „Die denkmalgerechte Herstellung des bauzeitlichen Ursprungszustands des modularen Hausbaus der frühen 1930er Jahre am Eberswalder Kupferhaus ‚Sorgenfrei‘, besonders für die Öffentlichkeit, bildet einen zentralen Aspekt dieses Projekts. Auch wenn die eigentliche Sanierung des Gebäudes im Fokus steht, sind es vor allem der ermöglichte Einsatz von EFRE-Fördermitteln in Kombination mit Städtebaufördermitteln und eine sorgfältige Planung, die im Hintergrund entscheidend dazu beitragen, die historischen Werte in Eberswalde zu bewahren. Eine Besonderheit ist, dass der Pioniergedanke des modularen Bauens durch den Förderverein Finower Wasserturm und sein Umfeld e.V. erlebbar gemacht wird. Die Stadt Eberswalde steht nun auf der Zielgeraden, und in den kommenden Monaten wird mit dem Rückbau nicht bauzeitlicher Veränderungen sowie der restauratorischen Sanierung begonnen.”

Die Pressemeldung finden Sie hier.

Die Pressekonferenz auf YouTube und beim rbb – Brandenburg aktuell.