Filmreif ausgegraben – 20 Jahre Archäologie-Filmreihe “Momentaufnahmen”

11.03.2026

Titelbild des Jubiläumsfilms. Foto: Thomas Claus

Vor 20 Jahren begann das BLDAM, wichtige archäologische Ausgrabungen und Forschungen filmisch zu dokumentieren. Als Regisseur konnte der Dokumentarfilmer Thomas Claus gewonnen werden. In der Szene ist er nicht nur für seine Filme über archäologische Forschung bekannt, sondern auch für seine Arbeiten zur illegalen Archäologie. Themen wie Kulturgutraub und Zerstörung von Kulturerbe beschäftigen ihn ebenso, wie die spannenden Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit.

Mit sicherem Blick setzt er Grabungen und ihre Ergebnisse ins Bild und erläutert sie in Interviews mit präzisen Fragen. Für einen der „Momentaufnahmen“-Filme erhielt er 2022 beim Festival „ARTEFACTA – International Festival for Audio-visual Representation of Archaeology, Cultural History and Art“ in Düsseldorf den Publikumspreis. Weitere Auszeichnungen in Italien, Frankreich und Deutschland folgten.

Der diesjährige Jubiläumsfilm stellt Arbeiten an fünf Fundplätzen vor: In Granzow in der Prignitz wurde ein außergewöhnlich reich zusammengesetzter bronzezeitlicher Hort entdeckt. Am „Königsgrab“ von Seddin konnten weitere Hausgrundrisse der großen bronzezeitlichen Siedlung freigelegt werden. Bei Luckow in der Uckermark untersuchten Archäologinnen und Archäologen eine kaiserzeitliche Siedlung mit zahlreichen Hausgrundrissen, Öfen und weiteren Befunden. Aus dem westlichen Havelland stammt ein kleines Radkreuz, das in der Gussform des „Spandauer Kreuzes“ gefertigt wurde – ein spektakulärer Fund, da die zugehörige Form bereits vor etwa 40 Jahren weit entfernt entdeckt worden war.

Auch jüngere Geschichte wird thematisiert: Im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück dokumentierte ein Team des BLDAM gemeinsam mit internationalen Freiwilligen die Reste einer „Nacht- und Nebelbaracke“, in der die Nationalsozialisten Widerstandskämpferinnen aus verschiedenen europäischen Ländern geheim inhaftierten.

Der Jubiläumsfilm.

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