Dorfkirche Steinitz erhält Förderzusage

Innenraum der Dorfkirche Steinitz, 2010, Foto: Udo Drott

Die spätgotische Kirche in Steinitz bei Drebkau (Spree-Neiße) aus dem 15. Jahrhundert ist eine der ältesten in der Niederlausitz. Sie wurde als Rechtecksaal aus Mischmauerwerk mit imposantem Schaugiebel errichtet. Der schwere quadratische Westturm und ein nördlicher Anbau sind gegen Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts hinzugefügt worden. Jahrzehntelanger Leerstand führte zu Schäden an der Dachkonstruktion sowie dem Mauerwerk und damit einer baulichen Gefährdung der gesamten Kirche. Bevor die Sanierungsarbeiten im Außenbereich aber starten können, muss die wertvolle Ausstattung im Innenbereich fachgerecht gesichert werden. Raumprägend sind die zweigeschossige Hufeisenempore und die beidseitig im Chor sich anschließenden hohen Patronatslogen aus den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts. Besonders die bemalte Renaissance-Holzbalkendecke, die in das zweite Drittel des 16. Jahrhunderts datiert werden konnte, ist selten und bauhistorisch sehr wertvoll.  Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Spree-Neiße übergaben am 3. Juni 2021 die Förderzusage für die Restaurierung der Holzbalkendecke und der Farbfassung der Emporen in der Kirche. Bei dem Pressegespräch anwesend war auch die Restauratorin Mechthild Noll-Minor, Referatsleiterin Restaurierung/Bauforschung am BLDAM. In ihrem Vortrag hob sie die Bedeutung der Dorfkirche Steinitz hervor und erläuterte die geplanten Restaurierungsarbeiten.

Im Jahr 2019 erschien das vom BLDAM herausgegebene Arbeitsheft „Die Dorfkirche Steinitz (Niederlausitz) – Ergebnisse eines Forschungsseminars der BTU Cottbus“. Die Fachgebiete Baugeschichte und Denkmalpflege der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg beteiligten sich an der (Wieder-)Entdeckung der Kirche mit der Erstellung einer umfassenden Baudokumentation, Rekonstruktionsvorschlägen für die unterschiedlichen Bauphasen und der Erkundung der Geschichte des Bauwerks und seiner Ausstattung.