„LAND IN SICHT!“ – Denkmale als Impulsgeber für Dialog, Begegnung und regionale Netzwerke
25.06.2026

Zwischen Scheune und Neubau, Bewahrung und Wandel: Im Refektorium des Klosters Doberlug in Doberlug-Kirchhain diskutierten gestern Fachleute, Engagierte und Interessierte beim Brandenburgischen Denkmaltag 2026 über die Zukunft des dörflichen Bauerbes.
Unter dem Motto „LAND IN SICHT! – Dörfliche Nutzbauten zwischen Bedarf und Bewahrung“ standen insbesondere landwirtschaftliche Nebengebäude wie Scheunen, Ställe und Speicher, die vielerorts zunehmend verschwinden oder umgenutzt werden, im Mittelpunkt. Gleichzeitig wurde diskutiert, wie Neubauten das historische Ortsbild beeinflussen und welche Strategien nötig sind, um das bauliche Erbe der Dörfer zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Eröffnet wurde der Denkmaltag vom Kulturstaatssekretär Tobias Dünow: „Dörfliche Nutzbauten sind weit mehr als alte Scheunen, Ställe, Werkstätten, Speicher oder Gerätehäuser – sie sind gebaute Geschichte und prägen die Identität unserer Dörfer. Wer sie erhält und mit neuem Leben füllt, bewahrt nicht nur Gebäude, sondern auch Heimat und Zusammenhalt. Gerade ländliche Regionen brauchen Räume, die ihre Geschichte sichtbar machen und zugleich Platz für neue Ideen schaffen. Deshalb sollten wir vorhandene Bausubstanz als Chance begreifen und nicht vorschnell als Abrissfall. Jede gelungene Umnutzung stärkt Baukultur, Nachhaltigkeit und die Attraktivität des ländlichen Raums gleichermaßen. So entstehen Orte, an denen Tradition und Zukunft miteinander verbunden werden. Danke an die Arbeitsgemeinschaft Historische Dorfkerne, die sich seit mehr als 30 Jahren darum kümmert, Zusammenarbeit zu fördern und das Bewusstsein für die kulturhistorische Bedeutung der Dörfer zu schärfen.“
Im weiteren Verlauf wurden verschiedene Aspekte der ländlichen Baukultur beleuchtet: Analyse der aktuellen Situation dörflicher Nutzbauten, Vorstellung von erfolgreichen Sanierungs- und Umnutzungsprojekten sowie Beispiele für den Erhalt von Scheunen-, Stall- und Hofanlagen und Einblicke in regionale Initiativen und Netzwerke der Baukultur.

Ein zentrales Element des Denkmaltags war der Austausch zwischen Fachleuten aus Denkmalpflege, Architektur, Politik und Regionalentwicklung. In einer abschließenden Podiumsdiskussion wurden Zukunftsstrategien für lebendige Dörfer erörtert. Dabei ging es insbesondere um die Frage, wie Denkmalpflege, Planung und lokale Akteur*innen besser zusammenwirken können, um Baukultur langfristig zu sichern.
Der Denkmaltag 2026 machte deutlich: Die Bewahrung dörflicher Baukultur ist nicht nur eine Aufgabe der Denkmalpflege, sondern ein gemeinschaftlicher Prozess aller Akteur*innen im ländlichen Raum. Gleichzeitig bieten gerade historische Nutzbauten großes Potenzial für nachhaltige Entwicklung und neue Nutzungskonzepte.
YouTube-Short zur Veranstaltung
Auswahl von Netzwerken, die teilgenommen haben:
AG Historische Dorfkerne im Land Brandenburg
Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg e.V.