Eine „Laserkanone“ für den Helmertturm
10.09.2026
Eine „Laserkanone“ auf einem Denkmal? Was zunächst nach Science-Fiction klingt, führt den Helmertturm auf dem Potsdamer Telegrafenberg tatsächlich zurück zu seinen wissenschaftlichen Wurzeln. Der 1892/93 errichtete Turm, einst ein wichtiger Ort der preußisch-deutschen Landvermessung, wird derzeit saniert – und soll künftig wieder für hochpräzise Messungen genutzt werden.

Auf dem Turm entsteht eine moderne Station für Satellite Laser Ranging (SLR). Mit einem Messlaser werden Satelliten angepeilt und aus der Laufzeit des zurückgeworfenen Lichts ihre Entfernungen zur Erde hochpräzise bestimmt. Die neue Technik ist erheblich leistungsfähiger als ihre Vorgänger: Statt Tausender sollen künftig Millionen Rücksignale pro Satellitenüberflug ausgewertet werden können.
Damit die empfindlichen Instrumente zuverlässig arbeiten, spielt auch die historische Konstruktion des Helmertturms eine entscheidende Rolle. Die Konstruktion gewährleistet dass der Kern des Turms von Erschütterungen unbeeinflusst bleibt. Im Zuge der Sanierung erhält der Turm wieder eine Kuppel und damit ein Erscheinungsbild, das an seine frühere wissenschaftliche Nutzung anknüpft.
Bei einem Ortsgespräch des BLDAM, der Brandenburgischen Architektenkammer, der Brandenburgischen Ingenieurkammer und des Verbandes Beratender Ingenieure Berlin-Brandenburg konnten die Teilnehmenden einen Blick in die laufende Baustelle werfen und mit den beteiligten Fachleuten über Sanierung, Denkmalpflege und die künftige Nutzung diskutieren. Denn hier geht es um mehr als die Bewahrung historischer Bausubstanz: Mit der neuen „Laserkanone“ wird der Helmertturm wieder zu dem, was er einmal war – ein Ort aktueller wissenschaftlicher Forschung.
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