Verleihung des Berlin Brandenburg Preises 2026
05.11.2026

Gestern Abend wurde der BERLIN BRANDENBURG PREIS 2026 im Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte in Potsdam verliehen. Der BERLIN BRANDENBURG PREIS 2026 würdigt Menschen und Organisationen, die über Landesgrenzen hinweg zusammenarbeiten und damit die gemeinsame Region stärken. Er richtet den Blick auf jenes Engagement, das oft im Verborgenen wirkt, aber unverzichtbar ist: Ehrenamtliche Geschichtsarbeit, Denkmalpflege, Erinnerungskultur und Orte, an denen sich Menschen aus Berlin und Brandenburg begegnen. Der Preis wird zum neunten Mal von der Stiftung Zukunft Berlin und der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte verliehen.
Die Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V.
Die Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V. ist ein traditionsreicher Geschichtsverein, der als Referenz- und Anlaufpunkt für ehrenamtliches Engagement und Erinnerungskultur dient. Mit ihren Publikationen, Jahrbüchern und Archiven bewahrt sie das gemeinsame Erbe der Region. Aktuell steht sie vor einer Existenzbedrohung, da ihre Räume in einem Jahr gekündigt werden. Dies unterstreicht die Dringlichkeit, den Bestand und die Forschung zu sichern – ein Argument für die Reaktivierung als regionales Projekt, das über administrative Grenzen hinausgeht. Ausgelobt wird der Verein von Prof. Dr. Christoph Rauhut in seiner Funktion als Landeskonservator des Landeskonservatorium Berlin.
Die Gemeinde Wandlitz
Die Gemeinde Wandlitz setzt sich aktiv für den Erhalt des Denkmalensembles Bogensee/FDJ Hochschule ein – ein Ort von zentraler politischer Bedeutung für Berlin und Brandenburg. Die Gemeinde will den Ort der politischen Geschichte zweier Diktaturen als Ort von zentraler Bedeutung für Berlin und Brandenburg erhalten und in das Jetzt und im Hinblick auf die Bedarfe der Zukunft weiter entwickeln. Hier steht sie vor der Herausforderung, den Erhalt gegen Pläne zur Denkmalvernichtung zu verteidigen. Der Ort hat einen hohen Symbolwert für die gemeinsame Landesverantwortung und die Erinnerungskultur und gleichzeitiges Potential, mit politischen Bildungsmaßnahmen, Forschungseinrichtungen wie der TU und weiteren Initiativen ein Ort der Zukunft zu sein. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, Impulse für eine stärkere Zusammenarbeit zu setzen und das gemeinsame Erbe zu bewahren. Besonders unterstützt und hervorgehoben wurde die Bedeutung des Ortes und des Einsatzes der Gemeinde durch den Laudatoren Prof. Dr. Thomas Drachenberg in seiner Rolle als Landeskonservator Brandenburgs.
Beide Preisträger zeigen auf unterschiedliche Weise, wie aus dem Blick in die Geschichte Verantwortung für die Zukunft entsteht. Denn lebendige Erinnerungsorte, gepflegte Denkmalensembles und aktive Geschichts- und Kulturarbeit stärken die Attraktivität der Region, fördern Kultur und Tourismus und wirken Herausforderungen wie Abwanderung, Funktionsverlust und Leerstand entgegen.

Stimmen zur Preisverleihung
“Berlin und Brandenburg verbindet neben vielem anderen die erfolgreiche Arbeit engagierter Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft. Mit dem BERLIN BRANDENBURG PREIS wollen wir das herausstellen und zugleich das Gespräch über unsere gemeinsame Region vertiefen. Alte Verbindungen und neue Gemeinsamkeiten stärken uns. Kaum irgendwo wird das öffentlich so deutlich wie mit der Verleihung dieses Preises.” – Richard Meng, Vorstand Stiftung Zukunft Berlin
“Eine starke Region lebt von Menschen, die sich einmischen, Verantwortung übernehmen und über Grenzen hinweg zusammenarbeiten. Der BERLIN BRANDENBURG PREIS macht dieses Engagement sichtbar und zeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen aus Berlin und Brandenburg gemeinsam etwas bewegen. Als Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte ist es uns ein wichtiges Anliegen, diese Verbindungen zu stärken und denjenigen Anerkennung zu geben, die unsere Region aktiv gestalten.” – Katja Melzer, Geschäftsführerin Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte

Die Stiftung Zukunft Berlin ist ein unabhängiges Forum für bürgerschaftliche Mitverantwortung. Bürgerinnen und Bürger Berlins treiben mit der Stiftung Themen voran. Sie bringen ihre Erfahrungen, Netzwerke und Ideen im Vorfeld von politischen Entscheidungen und gegenüber der Öffentlichkeit ein. Ohne die Verantwortung der Politik in Frage zu stellen, wollen sie so ihre eigenen Beiträge zur Zukunft Berlins leisten.
Berichterstattung:
Was wird aus dem Bogensee-Areal, Oliver Borchert?
Wie geht es weiter mit dem Bogensee-Areal?