Die Schwedter haben ihre Geschichte zurück: Restauriertes Ringrelief „Geschichte von Schwedt“ feierlich eingeweiht

22.10.2026

Das fertiggestellte Ringrelief. Foto: Almuth Escher

Ein bedeutendes Denkmal der Schwedter Stadtgeschichte ist zurück an seinem angestammten Platz: Das restaurierte Ringrelief „Geschichte von Schwedt“ wurde heute offiziell eingeweiht. Dank des großen Engagements aller Beteiligten konnte die künstlerische Substanz des 1971 von Axel Schulz geschaffenen Kunstwerks vollständig erhalten werden. Erneuert werden mussten lediglich die innere Bewehrung und die Kaschierung. Damit ist es gelungen, sowohl die authentische Wirkung als auch den historischen Zeugniswert des Denkmals zu bewahren.

Das Ringrelief ist ein wichtiges Zeugnis der Stadtgeschichte und des sozialistischen Wiederaufbaus Schwedts in der DDR-Zeit. Es veranschaulicht die Entwicklung der Stadt zwischen 1958 und 1971 und thematisiert insbesondere die Industrialisierung, den Aufbau des Petrolchemischen Kombinats, den Wohnungsbau und das soziale Leben.

Feierliche Einweihung des Ringreliefs. Foto: Ines Prokop, BLDAM

Im Kreuzungsbereich Lindenallee/Julian-Marchlewski-Ring gelegen, prägt das Kunstwerk als städtebauliches Element die zentrale Magistrale der Stadt. Die gravierenden statischen und strukturellen Schäden sowie der dringende Handlungsbedarf wurden 2023 im Rahmen einer vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum (BLDAM) initiierten Schnellerfassung baugebundener Kunst der DDR-Zeit festgestellt. Die Schäden sind unter anderem auf die außergewöhnliche und experimentelle Herstellungstechnologie zurückzuführen: Das Ringrelief besteht aus einer kunstharzgebundenen Modelliermasse, die mit Stahl und Vlies bewehrt ist. Auch die besonderen Bedingungen des Standorts im Außenraum stellten hohe Anforderungen an die Instandsetzung. Daher waren umfangreiche Voruntersuchungen sowie ein anspruchsvolles konservatorisches und restauratorisches Vorgehen erforderlich.

Das herausragende Denkmal wurde durch die restauratorische Arbeitsgemeinschaft der Steinrestaurierungsfirma steinfest (Thomas Gdanitz Rupnow) mit Spezialist:innen für Kunststein (Almuth Escher) und Metall (Metallbildhauer Hans Höpfner) fachgerecht instandgesetzt. Die Erarbeitung des Restaurierungskonzepts erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Referat Restaurierung/Bauforschung des BLDAM. Das Landesamt begleitete zudem die notwendigen Modifikationen und den gesamten Bearbeitungsprozess.

Restaurierungsarbeiten an der Skulptur „Geschichte von Schwedt“. Foto: Juliane Eisenblätter

An der feierlichen Wiedereinweihung nahmen die Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe, Cornelia Schulz, die Witwe des Künstlers Axel Schulz, Dr. Dagmar Löttgen von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, Vertreter:innen der Stadtsparkasse Schwedt und die Steinrestaurierungsfirma steinfest sowie die zuständigen Fachreferent:innen vom BLDAM teil.

Die Restaurierung wurde maßgeblich durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Stadtsparkasse Schwedt als Hauptsponsoren ermöglicht. Mit ihrer Unterstützung leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des kulturellen Erbes der Stadt. Die Koordinierung und Organisation der Förderung, an der auch Mittel der Denkmalhilfe beteiligt waren, sowie die Finanzierung wurden durch das Kulturamt der Stadt Schwedt übernommen.